Im Archiv der Roten Funken haben sich zwei Rechnungshefte aus dem Ersten Weltkrieg erhalten, in denen der damalige Funkenpräsident Theordor Schaufuss die Kosten für die einzelnen Liebesgabenpakete an die Funken akribisch verzeichnete. Aus den Heften wird ersichtlich, dass Likör, Cognac, Magenbitter, Bonbons und Schokolade, Liederhefte und vieles andere an die Front geschickt wurde. Jeder einzelne Funk erhielt alle zwei Monate ein Paket geliefert. Besondere Freude bereiteten die Pakete zur Weihnachtszeit. 1915 schickte Schaufuss 44 Pakete inklusive Tannengrün zur Ausschmückung der Behausung sowie Pelzstaucher und Funkengamaschen, damit es die Funken einigermaßen warm hatten.
Wohl viele Stunden saß Hans Tobar, Roter Funk und bekannter Bühnenkünstler, in Aachen in seiner kargen Behausung, die ein wenig weihnachtlich mit dem Tannengrün aus Köln geschmückt war, rauchte ganz im Stillen eine Zigarre aus der Heimat und erinnerte sich wehmütig an bessere Zeiten im Kreis seiner Familie. Welche Bedeutung dabei die Funken-Pakete für ihn hatten, schrieb er 1915 an seinen Präsidenten:


Wie liebe die Paketchen ich, grad die, die Funken senden, Ich lieb die große steile Schrift, gepackt mit lieben Händen, Entnehm gar Cigarren ich, da muss ich wirklich lachen Was sich Herr Theo genannt „De Pläät“ doch dut för Arbeit machen do litt sie säuberlich verpackt Cjörche an Cigörchen So geht das Hänschen Tobar um in dem Revier mit Schwörchen Ich lern hier wirklich mancherlei kann gar Latein parlieren Fehlt später mal nen Funken was, tu Ich mich revanchieren Für jede einzelne Cigor, so wör ich noch am levve Well ich nen Funk, war ich daheim, nen Löffel Regges geve


Rechnungsheft Liebesgaben Band I

Rechnungsheft Liebesgaben Band II

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